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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Es tut sich was in Richtung DV 2000

von Gisela Blau und Peter Abelin, October 9, 2008
Mit der Ankündigung von GL-Mitglied Alfred Donath vor drei Wochen in der JR, dass er für die kommenden Wahlen um das Amt des Präsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes als Kandidat antritt, ist die Diskussion um die Nachfolge von Rolf Bloch und die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Geschäftsleitung angelaufen. Diese Woche hat nun auch CC-Präsidentin Gabrielle Rosenstein ihre Kandidatur bekannt gegeben. In Bern hat sich Philippe Lévy in den Wahlkampf eingemischt.
Gabrielle Rosenstein: Die zweite Frau für die Geschäftsleitung. - Foto VB

Gabrielle Rosenstein, Vizepräsidentin der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) und Präsidentin der Kulturkommission, wurde diese Woche vom ICZ-Vorstand und von den SIG-Delegierten der Gemeinde als Kandidatin für die Mitgliedschaft in der Geschäftsleitung (GL) des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes nominiert. Sie würde die Nachfolge des zurücktretenden GL-Mitglieds Paul Wildmann antreten. Gabrielle Rosenstein ist die amtierende Präsidentin des Central-Comités des SIG. Ihr persönlicher Entscheid, sich als Kandidatin für die GL zur Verfügung zu stellen, fiel nach den Sommerferien. Sie wird sich bei den Gesamterneuerungswahlen für den Vorstand der ICZ vom 13. Dezember für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellen. Sollte sie im kommenden Mai in die GL gewählt werden, würde sie ihr ICZ-Amt zur Verfügung stellen.

Philippe Lévy warnt vor Alfred Donath

Mit einem scharfen Votum hat sich alt Botschafter Philippe Lévy in die anlaufende Diskussion um die Nachfolge von Rolf Bloch als Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) eingeschaltet. Der Präsident der Kommission, die sich mit der Zukunft des SIG befasst hat, ergriff an der Gemeindeversammlung der Jüdischen Gemeinde Bern (JGB) unter «Varia» das Wort und warnte eindringlich vor einer Wahl von SIG-Vizepräsident Alfred Donath. Der Medizinprofessor aus Genf sei ein «religiöser Extremist», der das liberale Judentum an einer halböffentlichen Versammlung als «neue Religion» bezeichnet habe, die nicht zum Judentum gehöre. Als Präsident der Lubawitscher Bewegung gehöre Donath «einer Art jüdischer Scientology» an, sagte Lévy weiter. Eine Wahl Donaths zum SIG-Präsidenten «würde den Burgfrieden unter den Schweizer Juden aufs Schwerste gefährden», schloss Lévy sein Votum. Philippe Lévy, welcher von der JR selbst zum Kreis der möglichen Bloch-Nachfolger gezählt worden war, betonte im Übrigen, dass er für dieses Amt nicht zur Verfügung stehe. Das Votum von Philippe Lévy blieb an der Versammlung, an der auch SIG-Präsident Rolf Bloch und SIG-Generalsekretär Martin Rosenfeld teilnahmen, öffentlich unbeantwortet. Anschliessend distanzierten sich jedoch im privaten Gespräch mehrere prominente JGB-Mitglieder davon.


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