Eingesackt
Gegenüber der JR sagte ein Sprecher des Daimler-Chrysler-Konzerns, das Unternehmen habe keine Zahlungen an irgendeinen Egged-Mitarbeiter geleistet. Der 63jährige Levin und sein Sohn Amit, ein Rechtsanwalt, wurden am Sonntag in Israel festgenommen und später gegen eine Kaution von einer Million Shekel (rund 450 000 Franken) wieder auf freien Fuss gesetzt. Im Gegenzug zu den hohen Bestechungsgeldern soll er bis 1991 für Egged Hunderte von Mercedes-Bussen geordert haben. Dies, obwohl solche im Vergleich zu anderen Herstellern doppelt so teuer waren. Levin, der schon im März 1996 festgenommen wurde, bestreitet die Vorwürfe.
Auf Hilfeersuchen der israelischen Staatsanwaltschaft haben die deutschen Ermittlungsbehörden im September 1996 Büros von Daimler-Benz in Stuttgart und Mannheim durchsucht. Ein Konzern-Sprecher wies darauf hin, dass keine Anklage gegen den Konzern erhoben wurde, so dass Daimler-Benz lediglich als Zeuge im Fall Levin auftreten werde. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte jedoch, dass das damalige deutsche Gesetz Schmiergelder an Angestellte anderer Firmen zuliess, im Gegensatz zu Beamten.Der Daimler-Chrysler-Konzern (471 000 Mitarbeiter weltweit, Umsatz 260 Milliarden Mark) verkauft jährlich an Egged rund 250 Busse.


