«Eine vertiefte Beziehung zwischen Bild und Betrachter»
Er emigrierte in die USA. Mark Rothko, 1903 als Markus Rothkowitz in Dvinsk an der russischen Grenze geboren, wanderte mit seiner Familie zwischen 1912 und 1913 nach New York aus und studierte an der Yale University.
Rothko widmete sich dem Studium der Schauspielerei und der Malerei. Aus seiner zweiten Ehe stammen die beiden Kinder Christopher und Kate. Christopher reiste mit seiner Frau Lori Cohen und den beiden Kindern eigens zur Eröffnung der Ausstellung aus den USA an. Sohn Christopher pries die Ausstellung: «Ich bin überwältigt von der Show in diesen wunderbaren Räumen - auch das Museum ist einmalig. Ich war noch nie hier und bin überhaupt zum ersten Mal in der Schweiz. Weiter meinte er, dies sei wohl die vollkommenste Retrospektive, die er je gesehen habe. «Mein Vater wäre auch glücklich über die sensible Zusammenstellung und Präsentation der Bilder», betont Christopher weiter. «Ich selbst habe mich in den letzten 10 Jahren sehr mit dem Werk meines Vaters auseinandergesetzt und ich kann es gut nachvollziehen, was mein Vater fühlen würde, wenn er miterleben könnte, wie happy seine \"anderen Kinder\" hier im Museum zusammenleben.»
Der amerikanische Künstler Mark Rothko, russischer Abstammung, gehört zu den bedeutendsten und zugleich eigenständigsten Vertretern des Abstrakten Expressionismus. Seine intensiv gemalten farbigen Dreiecke auf farbigem Hintergrund sind wie ein Nichts und trotzdem bewegen sie Emotionen. Rothko selbst, der 1970 Selbstmord verübte - er war zwei Jahre zuvor sehr krank geworden - sagte einmal selbst: «It is all about color or form - it is all about emotions» (Alles handelt von Form, Farbe und Emotionen). Wenn Menschen vor den Bildern stehen, überkommt sie ein Gefühl von Glück, Verzweiflung, Ekstase und Trauer. Rothko selbst sprach von «einer Heirat der Sinne». Ernst Beyeler beschreibt das so: «Wenn man die Bereitschaft hat, sind seine Bilder sehr bewegend und der Betrachter kann eine meditative Qualität erkennen.» In der Tat, Rothko liebte es, seine Bilder in kapellenförmigen Räumen zu platzieren und erzielte damit eine fast sakrale Stimmung.
Für Rothko war auch das Hängen der Bilder sehr wichtig. Sein Konzept: Seine Bilder sollen von Anfang an mit dem Betrachter in einen Dialog treten - nichts sollte zwischen dem Betrachter und dem Bild sein, keine Tradition und kein Inhalt. - Er hing seine Bilder mitten in den Raum, möglichst tief und dicht. Andere Künstler sollten nicht im gleichen Raum ausgestellt werden. Er wollte sich absetzen vom Rest des Museums. Er wünschte sich einen eigenen Raum für seine Kunst. Mit dieser Ausstellung hat Rothko sogar mehrere Räume für sich selbst. Er wäre sehr zufrieden.
Ernst Beyeler, Hausherr und bekannter Kunstmäzen, meinte zur Ausstellung: «1960 wollte ich von Rothko Bilder kaufen, doch kam der Kauf nie zustande. Es war immer ein Wunsch von mir, eine Ausstellung mit seinen Werken zu machen. Das ist der letzte Moment dafür, denn die Bilder dürfen nicht mehr reisen, sie würden Schaden nehmen - auch haben die Versicherungssummen inzwischen astronomische Beträge erreicht.»


