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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Die Stadt Jerusalem steht im Mittelpunkt

von Jacques Ungar, October 9, 2008
Gleich zwei Premieren können im Vorfeld der 16. Maccabiah-Spiele (16.-26. Juli 2001) verzeichnet werden: Mit der Südafrikanerin Jane Futerin wurde erstmals eine Frau an die Spitze der Maccabi-Weltunion (MWU) gewählt, und erstmals in der Geschichte der jüdischen Sportbewegung findet der Eröffnungsabend nicht in Ramat Gan, sondern in Jerusalem statt.
16. Maccabiah: Grossanlass für den Sport in Jerusalem . - Foto Keystone

Mit Erleichterung nahmen die im Konferenzsaal des Jerusalemer Stadthauses versammelten Delegierten der Maccabi-Weltunion (MWU) und Journalisten am vergangenen Montag die Erklärung Tom Danos’, des Präsidenten des australischen Maccabi-Verbandes zur Kenntnis, wonach Maccabi Australien die kommende 16. Maccabiade nicht boykottieren werde. Dieses erfreuliche Ende einer Auseinandersetzung, die seit dem Zusammensturz der Brücke bei der Eröffnungsfeier der letzten Maccabi-Spiele - 4 australische Sportler kamen dabei ums Leben - die Beziehungen innerhalb der Sportbewegung, aber auch zwischen den Juden Australiens und dem Staate Israel getrübt hatte, wurde durch die Zusicherung einer Kompensationszahlung von über 4 Mio. Dollar an die beim erwähnten Zwischenfall schwer verletzten Sascha Alterman ermöglicht. Auch die anderen Kompensationsfälle sollen zügig erledigt werden. «Jetzt sind wir wieder eine vollkommene Familie», sagte Jane Futerin (Südafrika), die als erste Frau in der Maccabi-Geschichte das Präsidium der Weltunion (MWU) übernommen hat.
Eine zweite, nicht weniger wichtige Premiere, ist der Eröffnungsabend, der im Gegensatz zu den bisherigen Gepflogenheiten nicht im Stadion von Ramat Gan, sondern im Fussballstadion Teddy Kollek in Jerusalem stattfindet. Damit will die MWU ihrer Unterstützung für ein ungeteiltes Jerusalem als Kapitale des jüdischen Staates Ausdruck verleihen. Auch der Schlussabend wird in Jerusalem abgehalten (im Sultan’s Pool).
Der Anlass verspricht zu einer beeindruckenden Demonstration zu werden, und zwar nicht auf sportlicher Ebene. Als nicht minder bedeutend stufen die Organisatoren die ideelle Komponente ein, die auch im Motto der 16. Maccabiade - «To the New Light» - zum Ausdruck gelangt. Fast 6000 Sportlerinnen und Sportler aus 37 Ländern werden um total 3800 Medaillen kämpfen. Die Athleten werden von rund 15 000 Offiziellen und Familienangehörigen begleitet, was der israelischen Touristikindustrie zu rund 280 000 Übernachtungen verhelfen und die Staatskasse um etwa 20 Mio. Dollar bereichern wird. Das Gesamtbudget der 16. Maccabiade von 13 Mo. Dollar tragen die Teilnehmer zu 80% selber; den Rest decken Sponsoren, von welchen die Telefongesellschaft Bezek (500 000 Dollar) der wichtigste ist.





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