Deutsche Verantwortung für Israel
Von den 230 Jahrgangsbesten der deutschen Bundeswehr haben sich hundert für eine Spezialausbildung in Israel beworben, die eine der besten Armeen der Welt hat. Nur sechzehn Mann wurden dann ausgewählt, die gegenseitig für drei Wochen zusammen mit den Streitkräften Israels trainieren. Die deutsche Armee will Offiziere, die «progressiv und weltoffen sind», betont Generalleutnant Helmut Willmann, der als Heeresinspektor der Bundeswehr für diesen Austausch verantwortlich ist. Mit zwölf Ländern der NATO finden zurzeit solche Austauschprogramme statt und mit Israel als einzigem Land ausserhalb der NATO. «Selbst die Amerikaner schauen neugierig und neidisch auf uns», meint einer der jungen Deutschen. Doch nicht nur wehrtechnischer Art ist dieses neue Miteinander der Soldaten. «Spätestens wenn die jungen Offiziere die Gedenkstätte Yad Vashem besucht haben, wird ihnen die deutsche Verantwortung für Israel bewusst», betont Helmut Willmann den besonderen Stellenwert der Ausbildung in Israel als Teil den internationalen Programms der Bundeswehr und hofft, dass jedem deutschen Offiziersanwärter, der in der Negevwüste genauso hart wie seine israelischen Kameraden trainiert, die besondere Situation klar ist. Die junge Generation der Offiziersanwärter, so Willmann, habe eine moderne Persönlichkeits- und Charakterausbildung und sehe sich «als Soldaten der Menschenrechte».


