«Der Scopus Award ist mein wichtigster Preis»
In der Ehrenurkunde, überreicht vom Vizepräsidenten der Hebräischen Universität Moshe Arad und dem Vorsitzenden des bayrischen Freundeskreises Ron Jakubowicz wurde der Beitrag der wohl prominentesten und meistbeschäftigten deutschen Schauspielerin (u.a. bekannt als Kommissarin Rosa Roth) zum «Verständnis der jüdische Welt und des Staates Israel in Deutschland» gewürdigt. Seit über dreissig Jahren habe die Künstlerin sich als leidenschaftliche Freundin Israels erwiesen, ihre Loyalität und Verbundenheit mit Israel unter Beweis gestellt. Der neue Botschafter Israels in Berlin, Shimon Stein, berichtete von seinen ersten Impressionen in Deutschland. Dazu gehörte, dass er Iris Berben im Fernsehen am 9. November vergangenen Jahres bei einer Grosskundgebung in Berlin und am 27. Januar, dem deutschen Holocaust-Gedenktag, im Deutschen Bundestag erlebt hatte. In der Laudatio des ehemaligen Botschafters und Vizerektors Moshe Arad war die Rede von der friedlichen Koexistenz der Studenten vieler Nationen an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Das beträfe Forschung, Lehre und Zusammenleben auf dem Campus für Juden, Christen und Moslems. «Brücken bauen» sei auch charakteristisch für Iris Berbens Engagement für Israel. Sie widme ihr Leben nicht nur ihrer erfolgreichen beruflichen Karriere, sondern setze sich ein im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus. Zuletzt stellte Iris Berben im vergangenen Jahr in zahlreichen Lesungen das Buch der in Paris lebenden Historikerin Annette Wieviorka, «Mama, was ist Auschwitz?» (Ullstein Verlag) vor. Und kürzlich ging sie mit Johannes Mario Simmel anlässlich des Erscheinens seiner Textsammlung «Die Bienen sind verrückt geworden. Reden und Aufsätze über unsere wahnsinnige Welt» (Verlag C.H. Beck) auf Leserreise. Denn beide verbindet dieselbe Wut auf eine weitverbreitete Ignoranz. Für Iris Berben ist die Auszeichnung mit dem Scopus Award «die wichtigste in meinem bisherigen Leben». Dass sie für etwas eigentlich Selbstverständliches ausgezeichnet werde, bestätige ihr nur die «ungeheuere Gleichgültigkeit unsrer Gesellschaft». Iris Berben betonte, wie sehr sie sich freue, dass es wieder jüdische Gemeinden in Deutschland gebe, dass sie wüchsen. Und sie wünscht sich «Respekt, Akzeptanz und Willkommen für alle Menschen, die sich für dieses Land entschieden haben». Sie versprach ihre Popularität weiter politisch und sozial einzusetzen und schloss mit dem Wunsch «Schalom al Israel». Das quittierten die Ehrengäste, darunter die Vizepräsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Bestsellerautor Johannes Mario Simmel sowie der Regisseur Imo Moszkowics und der Pianist Gilead Mishory - beide sorgten für die künstlerische Umrahmung des Festaktes - mit Standing Ovations.


