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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Der Minister bleibt optimistisch

von Ruth Sinai und Haim Bior, October 9, 2008
166 300 Erwebsfähige waren im Juli in Israel als arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat musste eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 1,1% registriert werden. Seit Beginn des laufenden Jahres beträgt die Zunahme gar 2,2%. Der zuständige Minister glaubt trotzdem, die Arbeitslosigkeit senken zu können.
Florierende Wirtschaft, viele Erwerbslose: Israels Wirtschaft hat nicht für jeden einen Platz. - Foto Isranet

Mit fast 20% Arbeitslosen führt schon zum dritten aufeinander folgenden Monat die arabische Ortschaft Kafr Manda in Galiläa die Tabelle der von der Arbeitslosigkeit besonders geplagten israelischen Städte und Orte an. Bezeichnenderweise handelt es sich bei der Hälfte der 14 ersten Ortschaften auf dieser Liste um Orte des arabischen oder Beduinen-Sektor Israels. In total 28 israelischen Orten liegt die Arbeitslosigkeit bei über 10%.
Die jüngsten Arbeitslosenziffern wurden bei einem Treffen zwischen Ra’anan Cohen, dem amtierenden Minister für Arbeit und soziale Wohlfahrt, mit hohen Beamten seines Ministeriums veröffentlicht. Trotz der düsteren Perspektiven hält Cohen an seiner Absicht fest, die Arbeitslosenrate - sie lag im Mai bei 8,8% - auf eine Jahresrate von 6-7% zu senken. Um sein Ziel besser erreichen zu können, will Cohen eine Stiftung errichten, die vor der Schliessung stehender Fabriken und Betrieben helfen soll. Auch hofft der Minister, mit der Reduktion der Zahl der ausländischen Arbeitskräfte neue Stellen für israelische Bürger zu schaffen. Dieser Tage hat Premier Barak angeordnet, pro Monat 1000 illegal in Israel lebende Ausländer auszuschaffen.
Minister Cohen schlägt ferner die Einführung von Berufsausbildungskursen in der Armee vor. Diese Kurse sollen in den letzten drei Monaten des regulären Militärdienstes abgehalten werden und den Soldaten, die sich nach einer Stelle auf dem Arbeitsmarkt umsehen müssen, Fähigkeiten mit auf den Weg ins Zivilleben geben.
Gewerkschaftsboss Amir Peretz nennt angesichts der jüngsten Arbeitslosenziffern die Wirtschaftspolitik der Regierung ein «zusammenbrechendes Kartenhaus». Mit der Präsentation eines Wirtschaftswachstums in den letzten Monaten wolle die Regierung, so Peretz, der Öffentlichkeit Sand in die Augen streuen. Die Zeichen an der Wand seien klar, und die Ausarbeitung eines Programms zur Linderung der Beschäftigungskrise sei dringend nötig.

Haaretz





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