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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Chaos auf dem Flughafen und in den Passbüros

von Jacques Ungar, October 9, 2008
Dem «Auszug aus Ägypten», wie die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Knechtschaft im Volksmund genannt wird, ist Pessach gewidmet. Blickt man allerdings auf das, was sich in den Tagen vor dem Feste in Israel, konkreter gesagt auf dem Ben-Gurion-Flughafen abspielte, ist man geneigt, nicht mehr vom Auszug aus Ägypten, sondern eher vom «Auszug aus Israel» zu sprechen.
Tourismus: Israeli vollführen während Pessach einen regelrechten Ferien-Exodus. - Foto IN

Nach Schätzungen israelischer Touristikkreise haben vor dem Pessachfest über 200 000 Mitbürger und -bürgerinnen das Land zu Ferienzwecken verlassen, bzw. werden es während des Festes verlassen.

Exodus nach USA und Europa

Die bevorzugten Ziele in diesem Jahr sind London, Paris, Prag, die USA sowie Urlaubsorte am Mittelmeerbecken. Allein am Sonntag verliessen 21000 Israelis an Bord von rund 140 Flugzeugen ihre Heimat. Zwischen Dienstag und kommendem Sonntag wird man auf dem Ben-Gurion-Flughafen total 1100 Starts und Landungen gezählt haben; allein am Dienstag 205, und am nächsten Sonntag sogar deren 270. Die Welle der Rückreisenden wird sich vor allem am Donnerstag, den 27. und am Sonntag, den 30. April, bemerkbar machen. Mit nicht weniger als je 310 Starts und Landungen rechnet man an diesen zwei Tagen. Ebenso wie das Pessachfest eine geliebte Tradition des jüdischen Volkes geworden ist, haben sich auch die Sanktionen eingebürgert, welche Staatsangestellte an neuralgischen Posten immer just vor Feiertagen oder Ferien ergreifen, um so ihren diversen Forderungen Nachdruck zu verschaffen. Auch dieses Jahr ergriffen Angestellte des Innenministeriums rund 20 Tage vor der Festtagswoche Sanktionen, die zur Folge hatten, dass im ganzen Lande praktisch keine Reisepässe ausgestellt bzw. verlängert wurden. Am Sonntag wurden die Sanktionen aufgehoben, und prompt bildeten sich Riesenschlangen vor den entsprechenden Büros.

Zusatzschichten

Beträgt der Tagesdurchschnitt im Jerusalemer Innenministerium rund 500 Besucher, waren es am Sonntag bis um 11 Uhr bereits über eintausend. In Eilat hatten einige Personen sich gar mit Schlafsäcken ausgerüstet für den Fall, dass die Schalter schliessen würden, bevor sie an der Reihe gewesen waren. Ähnliche Szenen spielten sich an den anderen 25 Büros des Ministeriums an anderen Orten in Israel ab. Die Verantwortlichen der Passbüros meinten anfangs Woche, man werde Zusatzschichten einlegen, und bis zum Pessachfeste würden alle ihren Reisepass besitzen. Na also, wer wird denn wegen diesem bisschen Nervenkitzel gleich ausrasten?





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