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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

«Bösartig und verzerrend»

October 9, 2008
Die israelische Zeitung «Maariv» brachte dieser Tage die absonderliche Geschichte von Arbeitern des Keren Kayemeth Leisrael (Jüdischer Nationalfonds), die an einem Pflanzungszentrum bei Jerusalem von Touristen für zehn Dollar das Stück gepflanzte Setzlinge wieder ausgegraben und der nächsten Touristengruppe wieder zum Pflanzen offeriert hatten. Die Sache hat einige Diskussionen ausgelöst und den KKL offensichtlich in Verlegenheit gebracht. Wir veröffentlichen nachstehend die Stellungnahme des Jerusalemer KKL-Direktoriums im Wortlaut. Der «Maariv»-Artikel wird dabei als «bösartig und verzerrend» bezeichnet.
Einen Baum für die Ewigkeit pflanzen: Erfüllt der KKL diese Vorstellung von Spendern immer? - Foto PD

Mit der Art und Weise, wie «Maariv» die Fakten in seinem Artikel «Der grosse Baumbetrug» präsentiert hat, hat er dem langjährigen, landesweiten Baumpflanzungsprogramm des KKL Unrecht getan. Im Rahmen dieses Programms werden jedes Jahr 2,5 Millionen Setzlinge gepflanzt, inkl. 80 000 durch das Projekt «Pflanze einen Baum mit eigenen Händen». Der Artikel enthielt eine zwei Tage alte Reaktion. Obwohl der Reporter vor der Veröffentlichung des Artikels im Besitze der aktualisierten Reaktion des KKL war - Sie finden sie weiter unten -, hat «Maariv» diese nicht publiziert. Hätte die Zeitung sie gebracht, hätte sie nicht das gezeigte Bild präsentieren können.
Sogar wenn lokale Arbeiter an einem der fünf Baumpflanzungs-Zentren in Israel in krassem Widerspruch zur Politik und zu den Verordnungen des KKL aus eigener Initiative einzelne Setzlinge ausgegraben haben, kann dies nicht als Betrug des KKL und schon gar nicht als Politik dargestellt werden. Das wusste auch der Reporter, und in privaten Unterhaltungen sagte er uns sogar, diese Punkte seien ihm klar, und er würde sie in seinem Artikel entsprechend präsentieren.
Im Anschluss an die Untersuchung des Reporters hinsichtlich des Baumpflanzungs-Zentrums in Jerusalem bildete die KKL-Exekutive eine vom Generaldirektor geleitete Sonder-Untersuchungskommission. Erste Prüfungen ergaben, dass Arbeiter an einem der Pflanzungszentren aus eigenem Antrieb und in krasser Verletzung von Politik und Verordnungen des Fonds einzelne dort gepflanzte Setzlinge ausgegraben hatten. Es handelt sich um eine neue Pflanzstätte, die der Öffentlichkeit erst vor zwei Wochen neben der früheren Stätte zugänglich gemacht worden ist, an der auf rund 50 Dunam mehr als 25 000 Bäume gepflanzt worden sind.
Die KKL-Exekutive betrachtet dies als eine schwerwiegende Angelegenheit. Der Generaldirektor beschloss, die Arbeiter und deren Aufseher bis zum Abschluss der gründlichen Untersuchungen unverzüglich zu suspendieren. Die Exekutive wird gegen alle Personen, welche für dieses lokale Missverhalten verantwortlich zeichnen, Disziplinarmassnahmen ergreifen.
All dies hat nichts zu tun mit dem von «Maariv» vermittelten Bild, das ein stolzes, landesweites Aufforstungsprogramm in seiner Gesamtheit verunglimpft. Der KKL sieht in diesem Programm die Krone seiner Errungenschaften und respektiert jeden einzelnen Pflanzer. Pflanzungsstätten «wandern» regelmässig, da die einen Stätten sich auffüllen und neue eröffnet werden. Dadurch wird die Landschaft laufend mit tausenden Dunam neuer Waldgebiete überzogen. Der KKL investiert jährlich nicht weniger als 200 Millionen Shekel in sein Forstwesen.
Viele Touristen, die vor Jahren in unseren Pflanzungszentren Setzlinge gepflanzt hatten, kehrten anlässlich späterer Israel-Besuche zurück, um ihre Bäume zu besichtigen. In bewegenden Briefen, die wir sorgfältig aufbewahren, schreiben sie uns dann, wie erregt sie waren, als sie sahen, dass ihre Setzlinge inzwischen zu richtigen Bäumen herangewachsen sind. Der KKL wird der Ethik-Kommission des Israelischen Presserates eine formelle Klage unterbreiten. In dieser wird er gegen die Art und Weise protestieren, wie die Sache präsentiert worden ist, obwohl dem Reporter die korrekten Fakten vor der Publikation bekannt gewesen sind. Der KKL bereitet auch eine juristische Verleumdungsklage gegen «Maariv» und dessen Reporter vor.





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