Bergiers Erfahrungen
Der Präsident der nach ihm benannten Unabhängigen Expertenkommission Schweiz-Zweiter Weltkrieg sprach über seine Erfahrungen, die er durch diese Arbeit während den vergangenen vier Jahren gesammelt hatte. Eingeladen hatten ihn die Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI), Sektion Zürich, die Handelskammer Schweiz-Israel und der Verein der Schweizer Freunde der Tel-Aviv-Universität. Eingeführt wurde Bergier durch Stadtrat Thomas Wagner, Präsident GSI Zürich, und zwar in einer so informativen wie informierten Begrüssung. Wagner führte aus, dass die jüdische Geschichte bis zu seiner Wahl im Dezember 1996 für den Historiker an der Schwelle des Ruhestands «ein bisher wenig beachtetes Feld» gewesen sei, in das er sich erst einarbeiten musste. Die Kommission sei vor allem nach der Publikation des Teilberichts über die jüdischen Flüchtlinge im Dezember 1999 von zwei Seiten unter Beschuss geraten: von jenen, die dem Widerstands-Mythos huldigen sowie jener, die nur die Schattenseiten der Schweiz während der NS-Zeit sehen wollten. Professor Bergier hielt sein Referat auf Deutsch. Er erwähnte die unglückliche Terminkollision zwischen dem Zusammentreffen der Holocaust-Leugner in Beirut und einer Tagung über die jüngste libanesische Geschichte, an der er teilnehmen wird (die JR berichtete). Teils launig, teils sehr ernsthaft sprach er sodann über das, was die Kommission und ihr Präsident bei der Arbeit erlebten, um das zu erarbeiten, was Bergier auf keinen Fall als «Wahrheit» bezeichnet sehen möchte. Für ihn dient diese Arbeit «der Wiederherstellung der Würde der Opfer und der Anerkennung ihrer Leiden». André Kuy, Präsident der Handelskammer Schweiz-Israel, moderierte anschliessend zahlreiche Fragen aus dem Publikum und sprach auch das Schlusswort (vgl. Kassten unten).


