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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Auf der Suche nach Bezugsberechtigten

von Magnus Bennett, October 9, 2008
Die holländischen Behörden suchen nach Personen, die von der Stiftung profitieren könnten, welche errichtet worden ist, um Juden zu entschädigen, deren Besitztum im Weltkrieg von den Nazis geplündert worden war.

326,2 Millionen Dollar haben die Regierung de Niederlande, Versicherungsgesellschaften, Banken und die niederländische Börse bereit gestellt, um holländische Juden, deren Eigentum während des 2. Weltkrieges von den Nazis geplündert worden ist, zu entschädigen. Der Kompensationsplan ist gegen Ende des letzten Jahres in Holland veröffentlicht worden, und jetzt suchen niederländische Botschaften in aller Welt nach potentiellen Bezugsberechtigten. Gesuchsteller müssen beweisen können, dass sie vor dem 8. Mai 1945 zur Welt gekommen sind, dass sie zwischen dem 10. Mai 1940 und dem 8. Mai 1945 irgendwann in Holland gelebt haben, und dass sie mindestens einen jüdischen Elternteil und zwei jüdische Grosseltern auf der Seite dieses Elternteiles haben, bzw. dass sie wegen ihrer jüdischen Abstammung der Verfolgung und/oder Plünderung durch die Nazis ausgesetzt waren. Gemäss dem Plan können Gesuchsteller Kinder, Adoptiveltern oder Ehegatten einer Person sein, welche die genannten Kriterien erfüllt, aber im Mai 1945 oder später verstorben ist, ohne um eine Entschädigung nachgesucht zu haben. Dabei ist die gegenwärtige Nationalität des Antragstellers unwesentlich, wie die in Amsterdam domizilierte Stiftung erklärt, welche die Gesuche behandelt. Nach Ansicht holländischer Offizieller könnten bis zum Stichdatum (Ende 2001) über 36 000 Gesuche eingehen.
Weitere Informationen über den Kompensationsplan können über die Internet-Adresse www.joodsetegoeden.nl eingeholt werden. Antragsformulare können entweder über diese Adresse oder bei niederländischen Botschaften bestellt werden. Sie sind in holländischer, englischer oder hebräischer Sprache erhältlich.

JTA





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