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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Auch Mahler in Beirut?

von Hans Stutz, October 9, 2008
In den vergangenen Tagen sind weitere Details zum Beiruter Kongress der Holocaust-Leugner bekannt geworden, darunter die Namen einiger Referenten. Unklar ist, wo sich der flüchtige Jürgen Graf aufhält, der zu den Organisatoren gehört.
Horst Mahler: Die Allianz der Holocaust-Leugner etablieren. - Foto Ky

Auch der Deutsche Rechtsanwalt Horst Mahler, einst linker Anwalt, nun Rechtsextremist und rüder Antisemit, soll in Beirut als Redner an der Konferenz der Holocaust-Leugner (31. März bis 3. April 2001) auftreten. Dies berichtet am 7. März der Konferenz-Mitveranstalter Institut for Historical Review (IHR) in einer Medienmitteilung. Als Vortragende angekündigt werden weiter die bekannten französischen Holocaust-Leugner Robert Faurission, Henri Roques und Roger Garaudy, letzterer auch bekennender Muslim und in islamistischen Kreisen begehrter Gesprächspartner. Ebenfalls auftreten sollen Fredrick Toben, wie auch der IHR-Direktor Mark Weber aus den Vereinigten Staaten. Hauptorganisator der Konferenz «Revisionismus und Zionismus» ist der Verein «Wahrheit und Recht», der Zusammenschluss der Schweizer Holocaust-Leugner, der vom 49-jährigen Jürgen Graf präsidiert wird. Über den Aufenthaltsort des flüchtigen Schweizers - in der Schweiz zu 15 Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt - äussert sich die IHR-Pressemeldung nur in einer Andeutung, der 49-jährige Graf sei «in Teheran Gast iranischer Gelehrter gewesen».
Mehrere Organisationen, so der Jüdische Weltkongress, die Anti-Defamation League und das Simon Wiesenthal Center haben Anfang März von den libanesischen Behörden ein Verbot der Konferenz verlangt. Gemäss einer libanesischen Tageszeitung haben auch die US-Regierung und einige US-Kongressabgeordnete eine staatliche Intervention gefordert. Doch die Veranstalter mimen noch am 7. März 2001 Gelassenheit, die «jüdischen Anstrengungen» hätten nur kleine Erfolgschancen, schreibt das IHR in seiner Mitteilung. Und bereits hätten sich Journalisten aus den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, Deutschland, Japan, Libanon, Ägypten und Iran angemeldet. Nicht abschätzen lässt sich vorerst, wieweit die IHR-Ankündigung zutrifft, dass der Kongress die «wachsende Zusammenarbeit» der einschlägigen Autoren aus Europa, den US und dem Nahen Osten widerspiegle.





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