Arrow gegen Scud
Amos Yaron, Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums, wird das Projekt eines Tests der Arrow-(Pfeil-) gegen eine Scud-Rakete mit den für die Entwicklung anti-ballistischer Raketen verantwortlichen Offiziellen im Pentagon besprechen. Zur Zeit hat das Repräsentantenhaus für das Verbesserungsprogramm der «Arrow»-Rakete im Jahre 2001 allerdings erst die bescheidene Summe von 15 Mio. Dollar bewilligt.
Der Beschluss, einen Teil der Arrow-Tests in den USA durchzuführen, rührt von Israels geografischen Limitierungen her. Offizielle des Pentagons sind sich mit ihren israelischen Gesprächspartnern in Bezug auf die Notwendigkeit solcher Tests einig. Man ist auch übereingekommen, dass Israel seine Testreihe fortsetzen würde, in deren Rahmen Raketenziele von einem Kampfflugzeug aus abgefeuert werden. Die Rakete, der «Black Sparrow», wird vom israelischen Rüstungsbetrieb Rafael hergestellt. Er hat eine Reichweite von 400 km und übernimmt in den Tests die Rolle der Scud. In den USA wird der «Arrow» einer echten Scud mit einer viel grösseren Reichweite gegenüberstehen. Gemäss dem vom Pentagon bewilligten Vorschlag werden die USA 160 Millionen Dollar der Testkosten übernehmen, während die restlichen 100 Millionen durch die Militärhilfe gedeckt werden, die Israel jährlich von den USA erhält.
Im israelischen Verteidigungsministerium herrscht die Meinung vor, die Bereitschaft des Pentagons, die Tests durchzuführen, sei ein weiterer Schritt in Richtung auf die Integration des «Arrows» in das amerikanische Waffenarsenal. Als nächstes wird ein Produktionsvertrag zwischen der Israel Aircraft Industries und einem der führenden amerikanischen Waffenhersteller, vermutlich Lockheed-Martin folgen. In einem dritten Stadium wird der «Arrow» an Länder verkauft, die bereits ihr Interesse an der Rakete bekundet haben und die sich durch die ballistischen Raketen ihrer Nachbarn bedroht fühlen. Mögliche Kunden sind die Türkei, Japan und Südkorea (vgl. Artikel S. 2).
Haaretz


