Arnold Schönbergs verborgene Seite
Schönberg antwortete u. a. mit den gewichtigen Sätzen, deren Inhalt sich in der noch bis zum 28. Mai dauernden Sonderausstellung («Schönberg, Kandinsky, Blauer Reiter und die Russische Avantgarde - Die Kunst gehört dem Unbewussten» im Arnold Schönberg Center in Wien) in den meisten der über 200 Exponate widerspiegelt: «Und die Kunst gehört aber dem Unbewussten! Man soll sich ausdrücken.» Vom ebenfalls auf Vergeistigung und Innerlichkeit abzielenden Maler eingeladen, stellte der vielseitig begabte Musiker, der betonte: «Malen bedeutet für mich in der Tat dasselbe wie Komponieren», mehrere Ölbilder an der epochalen Münchner Ausstellung des «Blauen Reiters» 1911/12 aus. In seinem avantgardistischen Denken berührte sich Schönberg als Komponist von atonaler Musik damals ebenso stark mit dem gerade zur ungegenständlichen Malerei vorgestossenen Russen wie in den Zwanzigerjahren mit ihren Parallelen zwischen zwölftönigem Komponieren und streng geometrisierter Bildkomposition als Ausdruck neuartigen konstruktiven Gestaltens.
Mit rund 50 Ölbildern und Aquarellen Schönbergs, aus denen die expressionistischen «Visionen» und Selbstbildnisse herausragen, mit Musikhandschriften und Briefen wird das Schaffen des Wiener Musikers vor dem Hintergrund der Gemälde seiner russischen Zeitgenossen Kandinsky, David Burljuk, Jawlensky, Matjuschin und der Malerinnen Ender, Popowa und Udalzowa als bedeutende autonome Leistung vorgestellt und in einem Katalog (Ö.S. 344.) dokumentiert.


