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Revue Juive Nr.01 Ausgabe: Nr. 1 » October 15, 2008

Antisemitische Attacken ohne Ende

von Jeremy Jones, October 9, 2008
Jüdische Persönlichkeiten in Australien sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der nicht abreissenden Kette antisemitischer Akte in ihrem Lande und dem Geschehen im Nahen Osten. Seit anfangs Oktober wurden über 100 Zwischenfälle gemeldet.

Die antisemitische Welle, die Australien gegenwärtig heimsucht, macht sich vor allem in Neu-Südwales bemerkbar, dem am dichtesten bevölkerten Staate des Landes, in dem auch die Millionen-Stadt Sydney liegt. Mehr als 50 derartiger Zwischenfälle wurden seit anfangs Oktober alleine in Neu-Südwales registriert. Inzwischen hat Bob Carr, der Premierminister des Staates, die Erscheinung im Parlament diskutiert. In seinen einführenden Worten bezeichnete er eine Reihe von Brandanschlägen gegen Synagogen als «ekelerregend». In einem Falle hätten Eindringlinge zehn Gebetsmäntel zusammengeknüpft und sie dann mit Kerosen angezündet. Carr berichtete den Parlamentariern auch von drei Anschlägen auf das Heim von Rabbi Pinchus Feldman, einem der führenden Rabbiner der Lubawitscher Chassidim in Sydney. «Angriffe gegen Orte des Gottesdienstes sind besonders verwerfliche Verbrechen», meinte der Premier, «und zwar nicht nur gegen die jüdische Gemeinschaft, sondern gegen unser australisches Gefühl der Fairness.» Eine besondere Untersuchungseinheit befasst sich mit den Attacken gegen Juden und jüdische Einrichtungen in den östlichen Vororten von Sydney. Obwohl Carr erklärte, ein direkter Zusammenhang zwischen den Anschlägen und dem Geschehen im Nahen Osten hätte bisher nicht bewiesen werden können, sind Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde anderer Ansicht. Sie glauben, dass 15-30% der Belästigungen auf den Strassen, bedrohender Telefonanrufe und Graffiti auf jüdischen Häusern ein direktes Resultat der Gewalt in Israel und den Gebieten sind.
(JTA)





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