Ahmed Hubers Kampf
Zwar gibt es gelegentlich Hinweise auf Vernetzungen zwischen deutschsprachigen Rechtsextremisten und islamistischen Fundamentalisten, ohne dass eine «Organisation im Hintergrund» (Generalbundesanwalt Kay Nehm) existiert. Diese Vernetzer verweisen jeweils gerne auf historische Konstanten: Bereits in den 30er- und 40er-Jahren hätten Nazis und Araber gemeinsam gegen den «jüdisch-zionistischen Feind» gekämpft. Und nach dem Zweiten Weltkrieg hätten arabische Staaten steckbrieflich gesuchten Nazis politischen Schutz gewährt. In der Schweiz versucht sich vor allem der 73-jährige pensionierte Journalist Ahmed Huber, Aktivist der völkisch-heidnischen Avalon-Gemeinschaft, als Verknüpfer von islamistischen und rechtsextremistischen Milieus. Ende Oktober 2000 sprach Huber beispielsweise am «Europakongress» der rechtsextremistischen Jungen Nationaldemokraten (JN). Gemäss Gästebuch-Einträgen auf einer JN-Seite sprach der Antisemit von «den Weltherrschaftsansprüchen eines bestimmten Volkes».
Huber habe auch behauptet, dass Holocaust-Leugnung «in fast allen arabischen sowie in den 3.-Welt-Staaten allgemein anerkannt» sei. Auf Verwunderung stiess eine weitere Behauptung des redseligen Berners: Die Nationalflagge vieler arabischer Staaten hätten die «Grundfarben Schwarz, Weiss und Rot». Diese Araber wollten damit aussagen, «dass sie das, was die Deutschen angefangen haben, zu Ende bringen wollen». Solche Hirngespinste verbreitet Huber, der Anfang der 60er-Jahre zum islamischen Glauben übertrat, seit vielen Jahren. Als Vortragsredner trat er in den verschiedensten Ländern auf. Im Juli 1997 beispielsweise auch in Südafrika, wo er in einer Sendung einer islamistischen Radiostation vom «Holocaust-Schwindel» sprach. Nach Interventionen distanzierte sich der Sender von Hubers Aussagen und entschuldigte sich bei der Jüdischen Gemeinschaft für die Beleidigung.
Aber auch Huber ist sich im Klaren, dass das Verhältnis zwischen Rechtsextremisten und Nazis schwierig ist. In einem Interview mit «Der Morgenstern, Sprachrohr der Nationalen Initiative Schweiz (NIS)» erklärte Huber 1998, es gäbe «sehr viele» ideologische Berührungspunkte. Nichtsdestotrotz müssten die Muslime Europa verlassen, es gälte, so Huber, die «künstlich geschaffene Millionen-Präsenz von Muslimen» allmählich abzubauen.


