Auf den Spuren von Beckham & Co.
Die ersten Qualifikationsspiele zur WM 2010 sind absolviert und manch einer staunte ob der vielen israelischen Fussballprofis, die in den Topligen Deutschlands, Belgiens und Englands ihren Lebensunterhalt verdienen. Mit Gal Alberman und Roberto Colautti spielen zwei Nationalspieler beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Wobei dem «Fussballer des Jahres 2008» in Israel, Gal Alberman, eine taktisch sehr wichtige zentrale Rolle im defensiven Mittelfeld zukommt. In England haben sich neben Yossi Benayoun auch Tal Ben Haim, Tamir Cohen und Ben Sahar durchgesetzt. In Belgien sind Avi Strool, Salim Toama, Omer Golan und Elianiv Barda äusserst erfolgreich in der obersten Liga.
Ein neues Phänomen
Aber ein Phänomen ist derzeit sowohl im israelischen, wie auch im «jüdischen»
Fussball sehr auffällig: Besonders die Nachwuchsspieler und jungen Fussballstars
rücken massiv nach. Aber auch sehr viele jüdische Fussballer ohne
israelischen Pass wird in den kommenden Jahren eine grosse Karriere vorausgesagt.
Nicht weniger als ein gutes Dutzend grosser Talente aus aller Welt sind derzeit
in den Europäischen Topligen engagiert und zeigen erstaunliche Leistungen.
Wir haben eine Auswahl der vielversprechendsten Talente mit jüdischen Wurzeln
herausgesucht, die auf den Spuren anderer aktueller jüdischer Vorbilder
wie David Beckham (Fussball-Ikone, englischer Nationalspieler), Juan Pablo Sorin
(langjähriger Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft, heute
beim HSV), Markus Rosenberg (Nationalspieler für Schweden, Werder Bremen),
Gennaro Gattuso (italienischer Nationalspieler, AC Milan), Walter Samuel (argentinischer
Nationalspieler, Inter Milan), Tomas Galasek (tschechischer Nationalspieler,
1. FC Nürnberg), Benny Feilhaber (US-Nationalspieler, Aarhus/Dänemark)
oder Yossi Benayoun (israelischer Nationalspieler, FC Liverpool) wandern. Um
nur einige zu nennen.
Mit dem 17-jährigen Israelo-Spanier Gai Assulin (FC Barcelona), dem Argentinier David Abraham (FC Basel), dem Holländer Daniël De Ridder (Wigan Athletics) und dem Israeli Ben Sahar (FC Portsmouth) sind einige sehr junge jüdische Fussballprofis mit grossem Entwicklungspotenzial auf dem Sprung zu Starspielern. Aber es sind noch weitere, über ein Dutzend anderer Talente in Europa engagiert, die bald von sich Reden machen werden.
Grossartige Talente
Neben dem immer wieder viel zitierten Supertalent Gai Assulin ist besonders Alexander Abraham Zahavi zu erwähnen. Dieser erst 17-jährige Spieler gibt bereits Anlass zu Lobeshymnen, die kaum noch zu übertreffen sind. Der Aussenstürmer (mit drei Pässen: den israelischen, amerikanischen und portugiesischen) ist U-17-Nationalspieler für Portugal. Ein schneller, trickreicher Spieler vom Typ Christiano Ronaldo, mit dem er oft verglichen wird; ein Riesen-Talent das aufgrund einer schweren Verletzung in seiner Entwicklung leicht gebremst wurde. Aber Alex Zahavi wechselte 2004 von Arsenal London in die FC Barcelona-Jugend und ein Jahr später zum portugiesischen Champions League-Teilnehmer und Kult-Club Sporting Lissabon. Er ist dort bereits ein kleiner Star.
Ein Stern am Fussballhimmel
Ebenfalls eine grosse Karriere wird einem U-18-Nationalspieler Frankreichs prognostiziert, der bereits in der ersten Mannschaft von Paris St. Germain spielt: Maxime Nessim Partouche. Der Franzose soll eines Tages einer der Topverteidiger der «Equipe tricolore» werden, sagen die Experten.
Weitere Nachwuchsspieler mit grossen Ambitionen in Europas Topligen sind: Joe Jacobson (Walisischer Nationalspieler von Bristol Rovers, England), Jon Kurrant (19 Jahre, von Charlton Athletic, England), Yakov Ehrlich (FC Rostov, Russland), Shai Zakai (Holländer, Ajax-Amsterdam-Nachwuchs), der Argentinier Lucas Licht (FC Getafe, Spanien) oder den Finnischen Nationalspieler Roni Porokara (spielt in Örebro/Schweden).
Fazit: In Europas Fussball-Ligen wird in naher Zukunft mit weiteren jüdischen Topfussballern zu rechnen sein, die im Windschatten der aktuellen Vorbilder den Weg zu Ruhm und Ehre suchen und voraussichtlich auch finden werden.
Joël Wüthrich


