Ein neues jüdisches Forum
Von Sabine Pfennig-Engel
Die bisher 15 Expertinnen und Experten, die sich im Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) zusammengeschlossen haben, wirken auf Grundlage ihrer beruflichen Tätigkeiten, ihren persönlichen Erfahrungen oder der wissenschaftlichen Kenntnisse im Kampf gegen Antisemitismus und gegen Antizionismus. Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, betonte, dass Juden, wie alle anderen Deutschen auch, verpflichtet seien, gegen Antisemitismus vorzugehen.
Antisemitische Tendenzen würden auch aus der Mitte der Gesellschaft verbreitet. Es sei längst kein Phänomen des rechten Randes mehr. Ebenso werde Kritik an Israel oder der israelischen Politik gerne benutzt, um Ressentiments gegen Juden auf diese Weise vorzubringen, erklärten die Sprecherinnen des JFDA, Chana Steinwurz und Maja Zehden. Solchen Tendenzen und Bedrohungen entgegenzuwirken sei das Ziel des Forums. Bisher habe ein Forum gefehlt, dass sich dieser Entwicklung aus spezifisch jüdischer Sicht annehme, so die Sprecherinnen.
Yves Pallade, Politikwissenschaftler, zählte in seinem zur Eröffnung
gehaltenen Fachvortrag «Deutscher Antisemitismus – ein Problem der
politischen Extreme?» auf, welche antisemitischen Vorfälle es in
der letzten Zeit gegeben hat. Der Ehrenamtliche Vorsitzende ist der Antisemitismusbeauftragte
der Jüdischen Gemeinde Levi Salomon. Das Forum strebt die Vernetzung mit
verschiedenen anderen Institutionen und Gruppierungen an, die ebenfalls für
Demokratie und gegen Antisemitismus und Rassismus tätig sind. Die Ziele
werden durch Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit sowie mit Hilfe
von Workshops und Konferenzen, Publikationen sowie durch die Herausgabe von
Resolutionen und den Aufbau eines Internetportals verfolgt.


