Immer mehr reiche Menschen
beachtlich
Von Michal Ramait
Ende des letzten Jahres gab es in Israel 8200 Millionäre. Das sind 13,6 Prozent oder 1000 Menschen mehr als Ende 2006. Die Zahl der Multimillionäre wuchs um 12 Prozent auf 97. Laut Bericht ist eine Person dann ein Millionär, wenn sie über eine Liquidität von mindestens einer Million Dollar verfügt, als Multimillionär gilt, wer mindestens 30 Millionen Dollar auf der Bank hat. Auf internationaler Ebene nahm die Zahl der sogenannten High Net Worth Individuals (HNWI) im Berichtsjahr um sechs Prozent zu, und ihr Reichtum wuchs um 9,4 Prozent auf total 40,7 Billionen Dollar. Insgesamt zählte man 103 320 Multimillionäre, 8,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Eine grosse Kluft
Auf der Schattenseite hält der Bericht eine sich ausweitende Kluft zwischen der handvoll Reichen und der Masse von Armen in der Welt fest. Rund 2,6 Milliarden Menschen, etwa 40 Prozent der Welt-Gesamtbevölkerung, müssen gemäss dem Bericht der Weltbank für 2007 mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Zudem leben 45 Prozent der 2,2 Milliarden Kinder der Welt in Armut. Die im Bericht von Merrill Lynch erscheinenden Zahlen stammen von makroökonomischen Daten über den Reichtum der Nationen und deren internen Verteilung. Die Zahlen basieren auf einem Modell, das Capgemini und Merrill Lynch in den achtziger Jahren entwickelt haben. Die Daten sind nicht eine Kollektion individueller Zahlen, sondern eine Zusammensetzung der Daten lokaler Regierungen, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds über die Reichtumsentwicklung.
Sigal Shapira von der Abteilung für Personal Banking bei Merrill Lynch Israel erklärt den scharfen Anstieg der Zahl der Millionäre in Israel teilweise mit dem Reichtum und den Profiten, welche Mehrheitsaktionäre israelischer Gesellschaften akkumuliert haben. Im Jahre 2007 haben israelische Unternehmen durch private und öffentliche Platzierungen über 25 Milliarden Dollar mobilisiert. Shapira fügt hinzu, dass einige lokale HNWI finanzielle und reale Investitionen in Israel und aller Welt getätigt haben, welche bei ihrem Verkauf substanzielle Profite einbrachten. «Auch wenn die israelische Wachstumsrate doppelt so hoch ist wie der internationale Vergleich», unterstreicht Sigal Shapira, «liegt sie immer noch unter den Vergleichswerten von Indien, China oder Brasilien». Zudem sei 2007 der Schekel gegenüber dem Dollar um zehn Prozent aufgewertet worden.
Vorreiter Indien, China und Brasilien
Für die globale Wirtschaft war 2007 laut dem Bericht ein ertragreiches Jahr. Das wirkte sich wiederum deutlich auf die Zahl der Millionäre und ihre Quellen des Reichtums aus. «Investitionen in globale Märkte waren im Vergleich zu 2006 kein wichtiger Wachstumsanreiz», sagt Shapira. «Während in der ersten Jahreshälfte 2007 der Wachstumstrend früherer Jahre andauerte, registrierte man in der zweiten Hälfte eine immer weitere Kluft zwischen entwickelten Ländern, die langsamer wuchsen, und aufkommenden Märkten, die in gewissen Fällen mit zweistelligen Wachstumsziffern aufwarteten.» Der Wohlstand in den aufkommenden Märkten war vor allem das Resultat des blühenden Exportsektors und wachsender einheimischer Nachfrage, die wiederum das Ergebnis des Wirtschaftswachstums war. Der Nahe Osten registrierte die grösste regionale Zunahme der Zahl der Millionäre: plus 15,6 Prozent. Länder wie Brasilien, Russland, Indien und China – die sogenannten BRIC-Staaten – fielen auch im Berichtsjahr durch ihre Wachstumsrate auf, aber auch durch die Zahl der Millionäre. In Indien nahm die Zahl der Millionäre um 22,7 Prozent auf total 123?000 zu. Die chinesische Millionärsgemeinschaft nahm um 20,3 Prozent auf 415?000 zu, und an dritter Stelle folgt Brasilien mit einer Millionärswachstumsrate von 191 Prozent.
Der Bericht weist auch auf den negativen Einfluss der Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit in den USA auf die entwickelten Länder hin. Vor allem im Immobilien- und Kreditbereich waren in Europa und Japan klar bremsende Trends festzustellen. Dessen ungeachtet expandierte letztes Jahr der Sektor der sogenannten «Investitionen aus Leidenschaft». Zu diesem zählen Luxus-Sammelobjekte (Automobile, Schiffe, Flugzeuge), Schmuck, Kunst, Investitionen im Zusammenhang mit Sport (Profi-Teams, Segeln, Rennpferde) sowie andere Sammelobjekte (Wein, Antiquitäten oder Münzen). Der führende Sektor unter den «Investitionen aus Leidenschaft» sind die Sammelobjekte (16,2 Prozent des ganzen Investitionsbereichs), gefolgt von Kunst (15,9 Prozent).


