Neue Anlage, gleiche Sieger
Strahlendes Wetter, eine schöne Sportanlage und hoch motivierte Teams, dies waren auch dieses Jahr wieder die Zutaten für das bereits traditionelle so genannte «Grümpelturnier». Rund 32 Mannschaften machten sich am Sonntagmorgen bereit, um in vier Kategorien um die begehrten Pokale zu spielen oder einfach, um ihre Freude am Fussball auszuleben. Da sich dieses Jahr in der Kategorie «Junioren» nur wenige Teams angemeldet haben, durften diese Teams ihre Gruppen-Spiele in den Gruppen der Aktiven austragen, gegen welche sie jeweils mit einem zusätzlichen Feldspieler antreten durften. Diese Herausforderung meisterten sie überraschend gekonnt und stellten so dem einen oder anderen Team etwas unerwartet ein Bein.
Brunau statt Buchlern
Dass dieses Jahr alles etwas anderes sein würde, war schon länger klar. Denn dieses Jahr wurde der Anlass nicht wie sonst von Maccabi Schweiz organisiert, sondern vom Verein sport825 (tachles berichtete). Auf der grosszügigen Allmend Brunau erwartete die Spieler und Zuschauer daher neben den Spielfeldern auch ein grosses Angebot an Verpflegungs-Möglichkeiten und die Public-Viewing-Zone für das Finale der Euro 08. Einzig die grosse Hitze machte den Spielern und dem Publikum teilweise zu schaffen. Während sie dieses Jahr unter den wenigen Bäumen Schattenplätze fanden, wäre es für die Zukunft eine Überlegung wert, Zelte oder andere Schatten-Spender aufzustellen, sollte das Turnier wieder auf derselben Anlage stattfinden. Ob dies allerdings der Fall sein wird, ist zumindest fraglich. Denn der Platz ist um einiges teurer als die Sportanlage Buchlern und die hohen Startpreise, die daraus resultierten, hielten in diesem Jahr das eine oder andere Team von der Teilnahme ab. Auch sonst war der Anlass in diesem Jahr eher schlechter besucht als in früheren Jahren. Sowohl Zuschauer wie auch einige weitere Teams blieben dem Turnier aus unterschiedlichen Gründen fern. Aus Basel nahm dieses Jahr bedauerlicherweise nur eine einzige Mannschaft teil. Die Titans waren allerdings mit keinem geringeren Ziel als der Titelverteidigung angereist.
Dramatisches Finale
Nach einer guten Vorrunde und einem knappen Halbfinale (mit Elfmeter-Schiessen) stand das Team dann auch wieder im Endspiel. Dort traf es wie im Vorjahr auf Maccabi Genève, das im Halbfinale gegen den FC Hakoah 1 gewann. Auf dramatische Weise wurde schliesslich das Finale entschieden. Nachdem Sven-David Rueff die Basler nach einer Traum-Kombination und einem nicht weniger schönen Abschluss in Front geschossen hat, neutralisierten sich die Teams gegenseitig auf hohem Niveau. Dabei hatten die Genfer leichte Vorteile, scheiterten aber immer wieder an Maxim Belinovich, dem hervorragenden Torwart der Basler. Aber auch er war machtlos gegen den Penalty, den Maccabi Genève kurz vor Schluss zugesprochen bekam und der sicher versenkt wurde. Dies, nachdem sie drei Eckbälle herausgespielt haben, was gemäss Regelbuch zu einem Elfmeter führt. So musste schliesslich die Verlängerung entscheiden. Nachdem die «Titans» es verpassten, ihrerseits eine dritte Ecke herauszuspielen, musste schliesslich das gefürchtete Elfmeterschiessen entscheiden. Nachdem je zwei Schützen sicher trafen, scheiterte der dritte Genfer Schütze am linken Pfosten. Den entscheiden Elfmeter versenkte schliesslich Benny Epstein und die Titans standen als erneute Sieger fest. Den Genfern blieb der Trost, zwei Jahre hintereinander souverän bis in das Finale gekommen zu sein.
Freudige Sieger
Ein kleiner Wermutstropfen war für die Basler, die alle ein Ticket für das WM-Qualifikations-Spiel Schweiz gegen Israel erhalten werden, die Siegerehrung. Ausser dem Team selbst waren nur noch eine Handvoll Zuschauer anwesend. Dies unter anderem, weil die Ehrung verhältnismässig spät stattfand, aber auch weil die Siegerehrungen der jüngeren Kategorien bereits zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden haben. Zu den Siegern zählten dieses Jahr auch die Junior Legends, welche sich den Titel bei den Junioren sicherten. Sie setzten sich im Finale gegen Hago United mit 3:0 durch. Bei den Piccolos siegten Fertig Luschtig im Final gegen Die wilden Zwerge mit 3:1. In der jüngsten Kategorie, den Bambini, gewannen Die Unglaublichen und konnten zu ihrer Freude den grössten Pokal des Turniers entgegen nehmen. Dem FC Junior blieb nach der 3:0-Finalniederlage der gute zweite Rang. Doch an diesem Sonntag verliessen nicht nur die Siegermannschaften das Turnier mit lachenden Gesichtern. Auch die Spieler der etwas schlechter klassierten Mannschaften durften verschiedene Geschenke mit nach Hause nehmen. Das Geschenk, welches alle Teilnehmer (sowie schlussendlich auch die Zuschauer) vom Veranstalter erhielten, lösten allerdings nur die allerwenigsten ein. Nämlich den Gratis-Eintritt ins Public-Viewing.
Kaum Interesse am Public-Viewing
Die professionelle und qualitativ hoch stehende Public-Viewing-Anlage war für die meisten Zuschauer und Spieler leider nur ein Thema, als sie bei ihrer Ankunft oder auf dem Heimweg daran vorbei gingen. Statt der erhofften 1500 Zuschauer waren es schlussendlich nur rund 200. Die niedrige Zuschauerzahl zeichnete sich bereits am vorangegangenen Mittwoch und Donnerstag ab, als bei den Halbfinals bloss sehr wenige Gäste den Weg zum Public Viewing fanden. Die Gründe für das Fernbleiben der Zuschauer sind, gemäss Co-Organisator Blumberg, noch unklar: «Wir müssen noch analysieren, was gut und was schlecht gelaufen ist.» Inwiefern die Verwirrungen im Vorfeld des Anlasses eine Rolle spielten und warum sich nicht mehr Leute motivieren konnten, einem derartigen Experiment ihre Unterstützung zuzusagen, wird wohl nicht mehr zweifelsfrei zu klären sein. Was vom Anlass aber sicherlich übrig bleiben wird, ist ein friedliches und faires Grümpelturnier und die Erkenntnis, dass die Allmend Brunau auch in der Zukunft durchaus als Austragungsort in Frage kommt, wenn auch einige Details angepasst werden müssen.
Uri Rotschild


