Ausstrahlung über das Friedensdorf hinaus
Zapfl, Referentin Evi Guggenheim Shbeta und Geschäftsleiterin Ada Winter
(v.l.n.r.)
Nach wie vor sei Neve Shalom / Wahat al-Salam (NSWAS) das einzige Dorf in Israel, in dem Juden und Palästinenser gleichberechtigt zusammenleben, sagte die im Friedensdorf lebende gebürtige Zürcherin Evi Guggenheim Shbeta an der Jahresversammlung der Schweizer Freunde von Neve Shalom. Alle Versuche, neue derartige Dörfer zu schaffen, seien bisher daran gescheitert, dass der Boden weitestgehend in Staatsbesitz sei und nicht für derartige Experimente zur Verfügung gestellt werde. Deshalb gebe es eine Warteliste von über 300 je zur Hälfte jüdischen und palästinensischen Familien, welche in das seit bald 30 Jahren bestehende Dorf von heute 57 Familien einziehen möchten. Anderseits würden die in NSWAS entwickelten Modelle – vorwiegend im Bereich der Friedenspädagogik – vermehrt ausserhalb des Dorfes umgesetzt.
So gebe es inzwischen vier Primarschulen in verschiedenen Teilen Israels, in welchen nach diesen Prinzipien unterrichtet werde. Durch die Erarbeitung eines Lehrbuchs sollen die in Neve Shalom gemachten Erfahrungen im gemeinsamen Unterricht von jüdischen und palästinensischen Kindern noch weiteren Schulen zugänglich gemacht werden. Zudem solle das neue Projekt «Massa – Massar» regelmässig wiederholt werden, bei dem jüdische und palästinensische Jugendliche während einer Woche gemeinsam Orte besuchten, welche für ihre jeweiligen Gemeinschaften bedeutsam seien. Eine Ausstrahlung weit über das Dorf hinaus verspricht sich Evi Guggenheim Shbeta schliesslich von der im Bau befindlichen internationalen Friedensbibliothek als erster Etappe eines zukünftigen «Friedenscampus», in das dereinst auch die erfolgreiche Friedensschule integriert werden soll.
Peter Abelin


