Mündig
Der in Berlin geborene Gruen, der mit seiner Familie 1936 in die USA flüchten konnte, stellt immer wieder die Frage, inwieweit Erziehung aus Kindern Menschen macht, die vom eigenen erlittenen Schmerz derart abgeschnitten sind, dass sie ihn als Erwachsene nicht mehr wahrnehmen können und deshalb anderen, die Verletzungen, die sie selbst erlitten haben, weitergeben. Wer nicht geliebt wird im Sinne einer selbstlosen, fördernden Liebe in der Familie, wird dafür den Gehorsam suchen, die klaren Antworten – und seine Fähigkeit zum Mitgefühl verschwindet.
Arno Gruen, der seit 1979 in Zürich lebt und praktiziert, sieht die Unfähigkeit zur Empathie und die daraus folgende Grausamkeit ebenso in der Geschichte des 20. Jahrhunderts wie im Handeln der Manager im modernen Kapitalismus wirksam.
Im Literaturhaus Basel findet am Dienstag, 15. April, um 19 Uhr ein Podium mit Arno Gruen statt. Unter dem Titel «Gegen jede Art von Fremdbestimmung aufbegehren …» diskutiert der Psychoanalytiker mit Hans Georg Signer. Mehr Informationen zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung von tachles und dem Literaturhaus Basel unter www.literaturhaus-basel.ch. [ta]


